Mit „Blicke der Macht“ präsentiert "dab" eine fotografische Serie, die das klassische Genre der Tierfotografie weit hinter sich lässt. In vier eindrucksstarken Arbeiten portraitiert der Künstler Löwen nicht als Objekte zoologischer Neugier, sondern als Projektionsflächen für existenzielle Themen: Macht und Verletzlichkeit, Distanz und Nähe, das Animalische im Menschlichen – und umgekehrt.
Statt auf dokumentarische Authentizität zu setzen, schafft der Künster durch gezielte Lichtführung, konzentrierte Kompositionen und das Weglassen jeglicher Umgebung ein beinahe ikonografisches Setting. Die Tiere erscheinen entrückt, losgelöst vom Naturräumlichen, beinahe symbolisch. Ihre Blicke sind es, die die Bildräume beherrschen – intensiv, klar, zugleich rätselhaft und voller Tiefe.
Diese Serie spricht nicht in der Sprache der Reportage, sondern der Kunst. Sie verlangt vom Betrachtenden nicht bloß Sehen, sondern Auseinandersetzung. Was hier gezeigt wird, ist weniger die äußere Welt der Tiere als eine innere Landschaft: voller Spannung, Würde und ambivalenter Schönheit.
Die Galerie versteht diese Arbeit als Beitrag zu einer neuen visuellen Sprache der Tierdarstellung – jenseits von Jagd, Wildnis oder Dokumentation. Stattdessen entsteht ein stiller Dialog auf Augenhöhe zwischen Betrachter:in und Motiv.





Alexander
„Hier sieht man nicht nur einen Löwen – man sieht, was Stärke bedeutet, wenn sie in Stille ruht.“